Ablauf einer Psychotherapie

Ängste und Gefühle im Vorfeld

Für viele Menschen ist der Schritt, mit seinen Problemen zur einer fremden Person zu gehen mit Ängsten verbunden. Weiterhin empfinden die Menschen dies als persönliche Niederlage, als ein „Versagen“ und schämen sich hierfür. Insbesondere depressive Menschen neigen dazu, sich für ihren Zustand selber die Schuld zu geben oder sind davon überzeugt, „es doch selber schaffen“ zu müssen.
Weiterhin existiert in vielen Köpfen die Vorstellung, dass beim Heilpraktiker für Psychotherapie „Bekloppte“ oder zumindest höchst skurrile Menschen sitzen, wozu ungezählte Witze („Kommt ein Irrer zum Arzt …“) und Cartoons beigetragen haben. Im Gegensatz dazu steht die, sehr häufig von Klienten gemachte Erfahrung, dass, wenn sie sich im Freundes- oder Bekanntenkreis oder am Arbeitsplatz „outen“, bezüglich einer begonnenen Therapie zur Antwort bekommen: „Das ist gut, das habe ich auch vor ein paar Jahren gemacht und es hat mir sehr geholfen“. Auch viele Prominente, die sich gerade in letzter Zeit in der Öffentlichkeit zu früheren seelischen Erkrankungen bekennen und einer erfolgreichen psychotherapeutischen Behandlung unterzogen haben.
Seelische Probleme und Erkrankungen werden häufig verallgemeinernd mit den „Geisteserkrankungen“ gleichgesetzt, mit denen die Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis bezeichnet werden. Dies sind Erkrankungen, bei denen das Denken der Klienten schwer beeinträchtigt ist, im Sinne eines wahnhaften Erlebens oder einer wahnhaften Umdeutung der Welt („Ich habe mit Einstein gearbeitet“) oder des Gefühls, bedroht oder verfolgt zu werden („Paranoia“). Diese Erkrankungen gehören in die Hand eines Psychiaters („Nervenarztes“) und können in erster Linie nur mit Medikamenten und häufig auch nur in einer psychiatrischen Klinik behandelt werden. Wenngleich es viele Berührungspunkte zwischen Psychiatrie und Psychotherapie gibt, wird man in einer  Praxis eines Heilpraktiker für Psychotherapie in der Regel nicht auf „Verrückte“ treffen und man muss nicht Angst haben, als „verrückt“ eingestuft zu werden. Psychiatrie und Psychotherapie arbeiten eng zusammen, um gemeinsam Ihnen zu helfen.

Der erste Kontakt

Der erste Kontakt findet in der Regel über ein Telefongespräch statt. Hier werden die ersten Schritte zwischen dem Klienten und dem Heilpraktiker für Psychotherapie aufgenommen. Hier erhalten Sie die ersten Empfindungen zwischen Sympathi und Antisympathie. Des Weiteren erhalten die Klienten die ersten Informationen zu der Praxis und zum weiteren vorgehen.

Das "Erstgespräch"

Nach der telefonischen Terminvereinbarung findet das so genannte „Erstgespräch“ statt. Im Erstgespräch bittet der Heilpraktiker für Psychotherapie den Klienten zu Beginn in der Regel darum, möglichst frei und unstrukturiert vom Grund seines Kommens und seinen Problemen zu erzählen. Der Heilpraktiker für Psychotherapie wird im Erstgespräch möglicherweise wenige direkte Fragen stellen, da es für ihn wichtiger ist, zu erleben, wie der Klient seine Probleme beschreibt oder in welcher Reihenfolge er von seinen Beschwerden berichtet. Gegen Ende dieses ersten Gespräches sollte der Heilpraktiker für Psychotherapie dem Klienten eine Rückmeldung darüber geben, ob er „an der richtigen Adresse ist“, ob seine Symptome wirklich psychotherapeutisch behandelbar sind oder ob zur Sicherung der Diagnose noch andere (medizinische) Fachdisziplinen hinzugezogen werden müssen.

Probesitzungen

Erscheint dem Therapeuten nach dem Erstgespräch eine weitere Psychotherapie mit dem Klienten sinnvoll und „Erfolg versprechend“, wird er dem Patienten die Vereinbarung eines weiteren Termins vorschlagen. In den Probesitzungen wird der Therapeut „diagnostisches Material“ sammeln. Wie der Internist unter Umständen Blutwerte bestimmen, ein EKG schreiben, die Lunge abhören muss und ein Röntgenbild braucht, um seine Diagnose zu stellen und die richtige Therapie zu wählen, so muss auch der Heilpraktiker für Psychotherapie „Befunde“ und „diagnostisches Material“ sammeln.
Ziel der Probesitzungen ist, dass der Therapeut sich Klarheit über das Krankheitsbild und die Problematik des Klienten machen und Sicherheit darin gewinnen kann, dass eine psychotherapeutische Arbeit mit ihm, dem Klienten, zu einer Linderung oder einem Verschwinden der Symptome führen kann.

Falls der Therapeut das Gefühl hat, dass der Klient aus fachlichen Überlegungen (Ist eine andere Therapieform besser geeignet? Ist ein Klinikaufenthalt indiziert?) oder eigener „Befangenheit“ (Gemeinsame persönliche Berührungspunkte oder Verwicklungen mit dem Klienten) von ihm selber nicht behandelt werden kann, dann sollte er dies dem Klienten erläutern und ihm, wenn möglich, eine andere Anlaufstelle an die Hand geben. Es ist für Klienten häufig ein kränkender Moment, wenn der Therapeut ihm mitteilt, dass es besser sei, sich an anderer Stelle Hilfe zu holen („Da muss ich ja dann meine ganze Geschichte noch einmal erzählen“). Psychotherapie bedeutet für Kleinten ein Stück anstrengende Arbeit, häufig über mindestens ein Jahr, so dass es in jedem Fall wichtig ist, den „optimalen“ Therapeuten (oder die optimale Therapeutin) zu finden, um nicht nach einem Jahr schulterzuckend zu der Einsicht kommen zu müssen, dass ein anderes Therapieverfahren oder ein Therapeut / eine Therapeutin mit einem anderen Arbeitsschwerpunkt besser gewesen wäre.

Der Klient wiederum kann und sollte die Probesitzunge ebenfalls für sich nutzen. Zum Einen sollte er sich prüfen, ob er das Gefühl hat, dass er mit dem, was der Therapeut ihm als Therapieverfahren und über den Ablauf der Behandlung berichtet hat, etwas anfangen kann, es seiner Persönlichkeit entspricht und ob er – bei allen noch offenen Fragen und einer Unsicherheit, wohin die „psychotherapeutische Reise“ gehen wird – das Gefühl hat, dass ihm der Therapeut helfen kann. Zum Zweiten soll der Patient prüfen, ob die „Chemie“ zwischen ihm und dem Therapeuten stimmt. In mehreren Studien wurde nachgewiesen, dass eine authentische und primär positive „Chemie“ zwischen Patient und Psychotherapeut (unabhängig davon, welches Therapieverfahren angewendet wird) ein ausschlaggebender Faktor für den Erfolg einer Psychotherapie ist. 


Anmerkung zum Datenschutz

Ein wichtiges Thema ist der Datenschutz in Zusammenhang mit den streng vertraulichen psychotherapeutischen Daten. Meine langjährige Erfahrung ist, dass hier kein Anlass zu Befürchtungen besteht, da hier selben Regeln gelten wie bei enem Arzt. Es gibt eine Schweigepflicht. Bei uns im Hause haben wir einen eignen Experten, der das Thema Datenschutz besonders überwacht, um eine Sicherheit für den Klienten, sowie auch gegenüber dem Gesetzgeber zu gewährleisten.

Vereinbarungen zwischen Therapeut und Patient

Im Zuge einer geplanten Psychotherapie werden Therapeut und Klient einige organisatorische Dinge vereinbaren. In der Regel wird man versuchen, einen regelmäßigen, festen wöchentlichen Termin zu finden (es sei denn, dass zum Beispiel die beruflichen Umstände des Patienten solche Regelmäßigkeit nicht zulassen). Der Therapeut wird den Klienten darum bitten und ihn dazu ermutigen, in der Stunde all das zu erzählen, was ihm gerade durch den Kopf geht, egal, ob es ihm unwichtig, lächerlich, peinlich oder nicht zur Sache gehörig erscheint. Auch wird er den Klienten auf die (weltweit übliche) Ausfalls-Honorar-Regelung hinweisen, indem der Therapeut dem Klienten eine nicht rechtzeitig abgesagte Therapiestunde (in der Regel kürzer als 48 Stunden) in Rechnung stellen wird, es sei denn, dass der Therapeut die Stunde anderweitig vergeben kann.